Brauchtum heute

Eine weitere Wiesenbacher Spezialität ist das das uralte Brauchtum des Scheiben- bzw. Funkenfeuers , welches am 1. Fastensonntag abgebrannt wird. Der Ursprung dieses Brauchs verliert sich in heidnisch uralt-dunkler Ferne. Wahrscheinlich haben ihn die Alamannen mitgebracht, es können aber auch keltische Einflüsse daran beteiligt sein.
Jedenfalls ist der "Funken" im alamannischen Kernbereich, wie z.B. in Vorarlberg, Teilen der Schweiz und im gesamten Allgäu noch am Leben. Durch das Verbrennen der aus Stroh gefertigten Hexe sollen wohl die winterlichen Dämonen ausgetrieben werden. Die Kinder schlagen brennende Scheiben, welche das neu erwachende, fruchtbare Sonnenrad im Frühling darstellen.

Scheib aus Scheib ei,
fliag über da Rain,
die Scheib die soll für da Musikvorstand sei.
Fliagt se it, so gilt se it

so könnte ein Scheibenspruch lauten. Die Scheiben werden also jemanden zugedacht. Allerdings denkt sich die Jugend allerhand Neckereien aus , so daß bald die Sprüche deftiger werden und so mancher plötzlich seine neuesten Verfehlungen oder Liebschaften der Öffentlichkeit ausgesetzt sieht. Da das Jugendcentrum "Black River" die Ausrichtung übernommen hat, ist für ein Weiterleben dieses Brauchtums gesorgt.

Am Vorabend des 1. Mai wird in jedem der drei Ortsteile der Maibaum aufgestellt. Die Oberwiesenbacher feiern dazu am 1. Mai ihr traditionelles Maibaumfest.

Während des Sommers haben folgende Feste schon lange Tradtion in der Gemeinde:

  • Unterwiesenbach begeht das Bächlesfest im Frühjahr.
  • Das Sommerfest des Musikvereins ist Anfang Juli immer ein voller Erfolg, wenn es zu diesem Termin nicht gerade wieder regnet.
  • Oberegg schließt den Kreis der Sommerfeste mit dem Kanalfest an der romantischen Günz im August ab.
  • Dazu kommt eine ganze Reihe von Strassen- und Zipfelfesten, so daß der Wiesenbacher Sommer nicht langweilig wird.
  • Im Oktober lädt der Musikverein zum Weinfest ein.


Selbstverständlich rankt sich auch um die Kirchenfeste reiches Brauchtum, wir können hier aber nur auf die Besonderheiten eingehen. So ist zum Beispiel in Unterwiesenbach im Advent der uralte Brauch des Klopfertages oder Anklopfens noch lebendig.
Wie in Altbaiern oder Tirol ziehen die Kinder mit Sprüchen von Haus zu Haus und erhalten süsse Geschenke. Der Sinn des Brauches ist es die Ankunft des Erlösers anzukündigen. Überhaupt gehört Wiesenbach mit zum Zentrum der schwäbischen Krippenkunst. Gerade in Unterwiesenbach gab und gibt es eine Tradition von Schnitzern über Generationen. Bedeutende Hauskrippen werden mit viel Liebe Jahr für Jahr aufgestellt.

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